Die Bootshaustore haben nach dem Hochwasser einen Anstrich bitter nötig
Auf der Ostseite des Bootshauses wird eine Pergola errichtet. Diese dient als Witterungsschutz für die Bootstransporthänger und kann auch für Feierlichkeiten genutzt werden.
Im Mai 2001 geht die erste Version der KCW-homepage online.
11. August:
Sommerfest
Statt der traditionellen Sonnenwendfeier gab es 2001 ein Sommerfest am Bootssteg.
Bei dieser Gelegenheit wurden Gisbert Schmitt zum Ehrenmitglied und Hans Bruchhäuser zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Außerdem erfolgte die Schlüsselausgabe zur neuen Schließanlage.
m Rahmen der akademischen Feier zum 50jährigen Bestehen des Winkeler Kanu-Clubs wurden die Gründungsmitglieder geehrt.
Winkel. (sf) - Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel wünschten am vergangenen Samstag zahlreiche Gäste den Winkeler Kanuten. Anläßlich des 50jährigen Bestehens, das der Kanu-Club Winkel in diesem Jahr feiert, luden die Wassersportler zur akademischen Feier ein.
Die Erste Vorsitzende Astrid Glüsenkamp hatte die Feierstunde eröffnet und die Gäste, darunter Vereinsfunktionäre befreundeter Vereine, Vertreter der Wassersportverbände und Sportverbände, der Wasserschutzpolizei, der Fraktionen der Stadt, der Erste Stadtrat Elmar Engelhardt und Landrat Bernd Röttger, begrüßt. In ihrer Festansprache hatte Glüsenkamp einen Blick zurück auf die Gründungsjahre und den Werdegang des Kanuvereines bis heute geworfen. Aber auch Kritik ließ Glüsenkamp in ihrer Festrede laut werden.
"Viele der hier Anwesenden werden sich nicht an die Ereignisse erinnern können, da Sie noch nicht geboren oder damals noch viel zu klein waren. Andere dagegen können sich noch zu gut an diese Zeit erinnern. Durch die Zerstörungskraft des Zweiten Weltkrieges war Deutschland im Wiederaufbau. Die Mittel waren knapp und man mußte sich mit dem begnügen, was vorhanden war", kommentierte Glüsenkamp die Geschehnisse, die 1953 die Welt, Deutschland und den Rheingau bewegt hatten. In dieser Zeit seien 17 Personen auf die Idee gekommen, den Kanu-Club Winkel zu gründen. Einige Boote seien damals bereits vorhanden gewesen und man habe es sich zum Ziel gesteckt, ein Bootshaus zu errichten. Mit Unterstützung des Landessportbundes und Spenden konnte 1959 das erste Bootshaus eingeweiht werden. "Aber dieses Bootshaus ist nicht das, welches wir heute haben. Im Jahre 1976 fielen alle Boote einem Brand zum Opfer und zwei Jahre später wurde es durch eine Explosion zerstört", so Glüsenkamp. Zwar habe man beim zweiten Mal alle Boote retten können, doch das Bootshaus mußte komplett abgerissen werden. Erst im Herbst 1982 sei offiziell das zweite, heute noch bestehende Bootshaus in Betrieb genommen worden. "Größere nennenswerte Schäden hat es bis heute nicht mehr gegeben, abgesehen von dem alljährlichen Hochwasser, welches unser Bootshaus ständig heimsucht. Mit einem neuen Schriftzug über den Toren erstrahlt es jetzt im Jubiläumsjahr in neuem Glanze".
Nach Fertigstellung des Bootshauses habe man 1984 zwei Vierer-Kanadier angeschafft und sechs Jahre später kam ein großer Zehner-Kanadier dazu. "Damit dann auch ein bequemes Ein- und Aussteigen möglich war, haben wir 1991 unseren heutigen Paddelsteg bekommen", so Glüsenkamp. Bereits Anfang der 60er Jahre hatte der Kanu-Club die Westspitze der Sandschwelle vor Winkel gepachtet. "Leider ist es uns vom Naturschutz verboten worden, diese heute noch zu nutzen. Den Vogelkundlern, Förstern und Grünen Gesellen ist dieses schöne Fleckchen Erde leider zum Opfer gefallen", so die Vorsitzende. "Aber ein Kanu-Club ist halt ein Wassersportverein, und das Wasser war zum Feiern viel zu weit weg, also haben wir dann auf dem Steg und dem Leinpfad gefeiert. Dies war dann von uns ein Kompromiß. Im Jahre 1996 haben wir dann, nach Zustimmung durch die Eigentümerin des Bootshauses, nach Osten hin eine Pergola angebaut. Somit konnten wir dort unsere Feiern veranstalten. Was für ein Glück, denn im letzten Jahr hat uns die Stadt Oestrich-Winkel vom Leinpfad vertrieben. Es wurde generell verboten, auf dem Leinpfad zu feiern. Wir sind zwar ein mit der Natur verbundener Verein, aber immer mehr Bürokraten schränken uns dermaßen ein, daß wir die Natur nicht mehr so genießen können wie vor 50 Jahren", sagte sie.
Aber nicht nur Paddeln und Feiern seien angesagt gewesen, sondern mit der Zeit auch Motorbootfahren. Anfang der 70er Jahre hatte der Kanuverein mit dem Stegbau begonnen. Erweiterungen, Instandsetzungen und Sanierungen würden heute noch auf der Tagesordnung stehen. Mit dem Stromanschluß 1987 und dem Wasseranschluß 1992 sei der Bootssteg heute "up to date". Zum gemeinsamen Feiern am Steg hatte man ein Hausboot angeschafft und unter der Leitung von Charlie Beauchez umgebaut. "Wer in der letzten Zeit am Steg vorbeigefahren ist, wird unser Hausboot in ungewohntem Glanz gesehen haben. Für alle sichtbar haben wir eine beleuchtete 50 installiert, die das ganze Jahr über zu sehen sein wird", erklärte die Vorsitzende. Sie erinnerte, daß der Besuch des Hausboots am Anfang etwas boykottiert oder generell abgelehnt worden sei. Mittlerweile sei die Frequentierung jedoch so stark, daß man das Hausboot außen noch etwas komfortabler gestaltet habe und mehr Leute jetzt Platz haben.
"Aber auch an den Motorbootfahrern ist der Naturschutz und die Bürokratie nicht spurlos vorübergegangen. Je kleiner das Boot, desto größer sind die Einschneidungen. Als Paddler muß man irgendwo anlanden, um sich die Beine zu vertreten, da man ansonsten steife Beine bekommt. Aber auch in einem kleinen Motorboot ist es notwendig, daß man einmal aussteigt. Wir wollen unsere Freizeit in der Natur verbringen, aber man läßt uns nicht. Wir stören niemanden, zerstören keinerlei Eigentum, aber es ist uns nicht gestattet so wie früher die Natur zu genießen. Eigentlich sollten die Behörden und sonstige Einrichtungen froh sein, daß wir da sind, denn auch wir haben ein wachsames Auge auf Umweltschutz und gerade bei Hochwasser ist unsere Anwesenheit von großer Bedeutung", kritisierte Glüsenkamp.
Trotz dieser Einschränkungen sei es dem Verein jedoch gelungen, in den letzten beiden Jahren die Jugendarbeit auszubauen. Durch Mundpropaganda und enormen Einsatz des Jugendwartes Jens Eckerich und des Schriftführers Peter Hartmann verfüge man momentan über eine aktive Jugendabteilung. "Durch den enormen Ansturm an Jugendlichen kamen wir auf einmal in einen Boote-Notstand. Es mußten schnell ein Paar neue Paddelboote her. Zuerst haben wir Gebrauchte gekauft, aber dann wurde es immer mehr erforderlich, der Jugend angemessene Boote zur Verfügung zu stellen. Durch finanzielle Unterstützung der Stadt Oestrich-Winkel und des Landessportbundes sind wir nunmehr in der Lage, neue anforderungsgerechte Boote zu kaufen. Andere Finanzspritzen stehen noch aus, so daß wir zufrieden ins neue Jahr schauen können" so Glüsenkamp.
Zum Abschluß ihrer Festrede hatte sie die Aufgabe, die Gründungsmitglieder mit Ehrengeschenken auszuzeichnen. Gretel Grimm, Ernst Grimm, Hans Bruchhäuser, Rudolf Freimuth und Kurt Brandscheid wurden geehrt.
Bevor die Gäste dann zum kulinarischen Teil geladen waren, gab es noch eine Reihe Gratulationen, Grußworte und Ehrengeschenke. Stadtrat Elmar Engelhard überreichte einen Scheck von der Stadt und eine Ehrenurkunde. "Wir können alle froh sein, daß wir in unserer Stadt Vereine haben wie den Kanu-Club Winkel, der Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein Angebot an gesunder, sportlicher Betätigung vor allem auch in der freien Natur unterbreitet. Deshalb sollten wir alles daran setzen, die Lust an Bewegung in gesunder Natur draußen uns und vor allem auch der nächsten Generation zu erhalten", so Engelhard. Landrat Bernd Röttger lobte das ehrenamtliche Engagement und die vorbildliche Jugendarbeit des Kanu-Clubs. Daß Kinder und Jugendliche im Verein lernen würden, etwas zu leisten, finde er gut, vor allem in Hinblick auf die Tatsache, daß sich Stadt, Kreis, Land und Bund mittlerweile überlegen müßten, wie man schon im Kindergarten die Kinder zu mehr Bewegung erziehen könne. Röttger bot den Kanuten an, bei den nächsten bürokratischen Schwierigkeiten sich an Stadtrat Engelhard oder an ihn direkt zu wenden und sagte seine Unterstützung zu.
Die Glückwünsche des Deutschen Kanuverbandes und des Hessischen Kanuverbandes überbrachte Präsident Helmut Befort, der in seiner Rede auf die heutige Situation der Wassersportler einging. Der Sportkreisvorsitzende Richard Hildmann überbrachte auch die Gratulationen des Landessportbundes. Ihm folgten weitere Gäste, die nicht nur Grußworte, sondern auch viele Ehrengaben und Präsente mitgebracht hatten.
Die Gastredner:
Die Maiwanderung führte uns in diesem Jahr mal wieder auf die andere Rheinseite. Wir ließen uns mit der Personenfähre von Rüdesheim nach Bingen bringen, um von dort durch den Binger Wald zur Steckenschlääferklamm zu wandern.